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Just remember, that Death is not the End!

Vorhang auf für die...

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Auch der quirligste Schorlibri flattert irgendwanneinmal über die Regenbogenbrücke ...und findet dort gleich neue Freunde - nämlich: Die "Skallz" (vunn de Palz, weil onnerschd roimd sisch's jo net, gell?!) ! Das ist die Geschichte von Schorlibri bei den Skallz, wie er da hinkam, was es mit den Skallz auf sich hat, was sie gemeinsam erleben, wie die Skallz die Pfalz unsicher machen, wie Bloodie zu ihrem Namen kam, und und und...

Episode 1 - Wie alles begann:

Ein Schorlibri flattert über die Regenbogenbrücke – und findet dort gleich neue Freunde: Die Skallz (vunn de Palz)

Das traurige Ende eines Schorlibris

Wie Kolibris sind auch Schorlibris für ein Leben in Gefangenschaft nicht gemacht. Dennoch dachte ein (seiner eigenen Meinung nach) ganz pfiffiger Typ: „Wenn ich ihn nur oft genug durch's Haus fliegen lasse und ihm eine ausreichend große Voliere baue, dann sollte er sich doch wohlfühlen!“

Es funktionierte mehr schlecht als recht, somit verließ das kleine Kerlchen leider viel zu früh und auf jeden Fall vor seiner Zeit diese irdischen Gefilde.

 

Es war ein stürmischer Herbstabend, als in einem gemütlichen Pfälzer Wohnzimmer ein kleines, quirliges Vögelchen für immer seine Augen schloss. Es war allerdings kein gewöhnliches Vögelchen, und schon gar kein gemeiner Wellensittich, sondern ein echtes Pfälzer Unikat: Ein Schorlibri. Zu Lebzeiten hatte er mit seinem langen Schnäbelchen am liebsten die Reste aus den Dubbegläsern seines Besitzers stibitzt, und er konnte fehlerfrei „Schorrrllleee!“ trillern.

Sowie sein kleines Herzchen aufhörte zu schlagen, flatterte seine Schorlibri-Seele über die Regenbogenbrücke. Doch statt im sterbenslangweiligen Haustier-Himmel zwischen Aquarium-Wattewölkchen und ungesalzenen Hirsekolben zu landen, zog es den kleinen Geist magisch zurück an den Ort seiner größten Sehnsucht: in die Pfalz, tief unter die Erde, wo der Wein in hölzernen Fässern im Schutz kühler Sandsteingewölbe reifte.

Als seine Federn im Jenseits vergingen (alle - bis auf zwei Schwanzfedern, die ihm hartnäckig am Steißbein-Knöchelchen haften blieben), erwachte er als funkelnagelneues, winziges Schorlibri-Skelett. Er schüttelte seine kleinen Knochenflügelchen, klapperte mit dem Schnabel, und stellte erstaunt fest: „Schooo-rrr-llleee?! Ei, isch honn jo immer noch Dorscht!“

 

Zwei Skelette im kalten Stein

Tief unter der Erde, in den vergessenen Katakomben einer alten pfälzischen Burgruine, saßen zwei Skelette: Skally und Bonny. Sie waren die allerersten Skallz. Sie hatten noch keine Ahnung, wie man im Jenseits Spaß haben könnte. Sie saßen im Dunkeln, glotzten die Wände an, langweilten sich zu Tode (obwohl sie ja eigentlich schon tot waren) und fürchteten sich vor der Tristesse der Ewigkeit.

Skally war schon zu Lebzeiten ein rechter Tollpatsch gewesen, und der Tod hatte daran nichts geändert. Kaum ein Tag verging, an dem er nicht Teile seines eigenen Skeletts einbüßte, die er anschließend seufzend aus dem Staub zusammenklaubte. Bonny war fortwährend mürrisch, weil sie im dunklen Keller niemanden hatte, der ihre Schönheit bewunderte. Sie weinte knochentrockene Tränen, weil sie dachte, sie müsste die Ewigkeit in dieser einsamen, düsteren Grabesstille verbringen.

Das Schlimmste jedoch war dieser quälende Phantom-Durst. Sie rochen Wein durch die Kellerwände, wussten aber nicht, wie sie daran kommen konnten.

Eine schaurig-schöne Begegnung

Auf einmal raschelte ein schüchternes, knöchernes Flattern durch die Gruft. Klacker-klacker-klapperdi-klapp!

Skally schreckte auf, und Bonny hielt den Atem an - den sie ohnehin nicht mehr hatte. Aus einem Riss im Sandstein flatterte ein kleines Knochen-Vögelchen mit zwei bunten Schwanzfedern und landete mit einem sachten Klick direkt auf Skallys haarlosem Schädel.

„Was issen des färre gruselisches Ding do uff doim Kopp?“, wisperte Bonny entgeistert. Der kleine Knochen-Vogel funkelte Bonny aus leeren Augenhöhlen an, legte das winzige Köpfchen schief und stieß ein markerschütterndes, schrilles  „SCHORRR-LIEEE-BRRRIEEE!“ aus. Skally hielt dem kleinen Eindringling seinen Zeigefinger hin, Schorlibri hüpfte darauf, und Skally fing an zu lachen – ein dröhnendes, befreites Lachen, das die Spinnweben von den Wänden riss. „Bonny, gugge mol! Des iss iwwerhaupt net grus'lisch. Des iss'en Schorlibri! En Knoche-Schorlibri! Dä iss genau wie mir!“

Der Schorlibri merkte sofort, dass diese beiden traurigen Gerippe Liebe, Fürsorge und ganz viel Unterstützung brauchten. Er flatterte von Skallys Finger auf Bonnys Schulter und rieb seinen kleinen Schnabel zärtlich an ihrem Schlüsselbein. Für Bonny war das der berührendste Moment ihrer bisherigen Ewigkeit. Sie vergaß ihre Eitelkeit, nahm den kleinen Vogel vorsichtig in ihre knöchrige Hand und flüsterte: „Du bleibschd ab jetzt bei uns, gell, du klääner Kerl! Mir basse ab jetzt uff disch uff!“

Doch Schorlibri war nicht nur zum Kuscheln gekommen. Er flog zur Kellertür, deutete mit dem Schnabel auf's Schlüsselloch und ratterte wild mit seinen Knochen-Flügeln. Er flatterte voraus, fand die geheimen Gänge zu den Weinfässern und zeigte den beiden Skallz, wie man Freiheit genießt. Er konnte Wein auf hundert Kilometer Entfernung aufspüren und wurde ab diesem Tag ihr Kompass, Schutzengel und bester Freund.

Als die drei in dieser ersten Nacht gemeinsam aus einem vergessenen Fass „tranken“ und Schorlibri glücklich auf Skallys Schulter einschlief, wussten sie: Sie würden nie wieder einsam, traurig und allein sein. Ihr neuer Name „Skallz vunn de Palz“, den sie sich in ihrer Weinseligkeit selber verpassten, weil er so schön eingängig von der (abwesenden) Zunge rollte, war geboren, und der kleine Vogel hatte den beiden das „Leben nach dem Tod“ erst richtig beigebracht.

Episode 2 - Wie vier Skallz zusammenfanden: 

Aus zwei werden fünf - Das knöcherne Kleeblatt und ihr Schorlibri

Streit im Wein-Keller - Konfrontation im Dunkeln

Im Spätherbst, kurz nach der Gründung unseres Trios, hatten sich Skally, Bonny und Schorlibri in den tiefsten, unbewachten Keller eines berühmten Pfälzer Weinguts geschlichen, um jahrhundertealte Eichenfässer voll mit feinstem Riesling zu entern. Doch als Skally sich gerade über das erste Fass hermachen wollte, ertönte aus dem Schatten dahinter ein tiefes, bedrohliches Knurren, das klang, wie tausendjahrealtes Knochenknirschen.

„Haldemol! Finger weg vunn unserm Stoff, ihr blasse Oindringlinge!“, knarzte eine Stimme. Aus der Dunkelheit traten zwei Skelette: Toddy, der verbissen ein Halb-Liter-Dubbeglas wie eine Waffe vor sich her schwang, und Bloodie, die im fahlen Licht unheimlich dunkelrot phosphoreszierte. „Eiern Stoff?!“, zischte Bonny streitlustig Richtung Bloodie und polierte sich empört das Kinn. „Mir war'n zuerschd do, du usensibler Knochehaufe!“

Revierkampf

Es kam, wie es kommen musste: Ein wilder Skelett-Klamauk entbrannte. Toddy versuchte, Skally das Dubbeglas über den Schädel zu ziehen, doch im Eifer des Gefechts traf er nur die Schulter – woraufhin Skally einfach der komplette linke Arm abflog, durch die Luft segelte und Toddy eine schallende Ohrfeige verpasste! Bloodie leuchtete wütend auf und versuchte Bonny in die Ecke zu drängen. Es war ein einziges Klappern, Scheppern und Knirschen.

 

Schorlibri hielt das Chaos nicht mehr aus. Er schoss hoch in die Luft, ratterte mit seinen Knochenflügeln laut wie eine defekte Weinpresse und stürzte sich im Sturzflug mitten zwischen die Streithähne.

„SCHORRR-LEEE! SCHORLE-SCHORLE-SCHORLE!“, krächzte das winzige Vogelskelett so laut und energisch, dass alle vier Skelette mitten in der Bewegung erstarrten. Schorlibri landete zielsicher auf Toddys Daumen, schaute ihn mit schräggelegtem Schädel an und stupste seinen kleinen Schnabel gegen Toddys Nasenhöhle.

Toddy schmolz sofort dahin. Wer könnte diesem winzigen, niedlichen Wesen widerstehen? „Alla guud, Klääner...“, murmelte Toddy sichtlich gerührt. „Fä' disch mache mä' Waffeschdtillstond!“

Zusammen unschlagbar

Als sie sich rieslingtrinkend im Kreis zusammensetzten, und zu reden begannen, [„Horsch mol, Skally, dir fehlt jo e Ripp! Do laaft de gude Woi jo grad widder dursch de Rumpf uff de Boode!“ „Egal, Toddy! Hauptsach', de Gschmack war korz im Schädel!“ (Gelächter)] stellten sie fest, dass sie zu viert - plus Vogel - eine absolute Supertruppe wären. Denn jedes Skelett brachte eine Eigenschaft mit, die den Weinklau von nun an revolutionieren würde:

Toddys untrügerisches Gespür: Er hatte den ultimativen Riecher für geheime Kellereingänge und Wachen. Mit seinem ewigen Dubbeglas unterm Arm wäre er der perfekte Anführer für jeden Beutezug.

 

Bloodies Spezialeffekt: Durch ihr rotes Spätburgunder-Leuchten bräuchten sie in finsteren Kellern keine Kerzen oder Taschenlampen. Darüber hinaus wäre sie das perfekte, unheimliche Ablenkungsmanöver für allzu neugierige Winzer.

 

Bonnys Schauspieltalent: Mit ihrer Eleganz und koketten Eitelkeit könnte sie im Notfall jeden Nachtwächter in den Wahnsinn treiben, während die anderen die Keller plünderten.

 

Skallys Opferbereitschaft: Dass er ständig auseinanderfiel, war plötzlich genial! Er könnte seine knöcherne Hand durch winzige Schlitze stecken, um von innen die Kellertüren zu entriegeln.

 

Und der Schorlibri? Seine Aufgewecktheit und Gewitztheit war eine wichtige Trumpfkarte, sozusagen das Ass im metaphorischen Ärmel. Er war klein genug, um unbemerkt durch jeden Spalt zu schlüpfen. Wenn Gefahr drohte, würde er aufgeregte Kreise fliegen und die Truppe mit einem schrillen, gezielten „Schor-li-bri!“ warnen.

Das erste gemeinsame Prost

Toddy tunkte seinen knöchernen Finger in den Riesling und ließ einen Tropfen auf Schorlibris Schnabel fallen, der glücklich mit den Flügelchen klapperte, dann hob er sein Glas: „Uff unsern Trupp! Ab heit konn uns kään Winzer mehr was wolle!“ Und so wurden aus Rivalen beste Freunde für die Ewigkeit als...

...das knöcherne Kleeblatt und ihr Schorlibri​

  • Toddy: Der inoffizielle Chef, immer ein leeres Dubbeglas unter den Arm geklemmt. Er leidet vermutlich am meisten unter „Phantom-Dorscht“-Schmerz und treibt die Truppe an.

  • Bonny: Die Eitle in der Runde, poliert ihre Knochen regelmäßig mit Traubenkernöl, damit sie im Mondschein schön weiß glänzen, und beschwert sich ständig über das laute Klappern der anderen.

  • Skally: Der Tollpatsch, dem beim schnellen Laufen ständig die Gelenke abknicken und Knochen verloren gehen – gerne auch mal der Unterkiefer, wenn er zu laut über Pfälzer Witze lacht

  • Bloodie: Die „Gruselige“, hat sie doch als Einzige einen rötlichen Schimmer auf den Knochen – allerdings nicht von Blut, sondern weil sie im Jahr 1902 in ein Fass mit Spätburgunder geworfen wurde und darin über hundert Jahre lang lag. Die Geschichte hierzu soll später erzählt werden.

Mortie (der Winzer) sowie Knocki und Flexi (die Zwillinge) sollten erst viel später dazustoßen – aber in dieser Nacht, in einem Deidesheimer Keller, besiegelten die ersten vier Skallz ihren ewigen Bund.

(schreibe ihm, dann freut er sich!)

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