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Als Schorlibri mal zum Arzt musste.... Eine junge Frau bringt ihren seit Tagen extrem teilnahmslosen Kolibri in eine Tierarztpraxis in der Pfalz Die Konversation zwischen dem Doc, dem Assistenzarzt und der Kundin spielt sich in etwa so ab: Frage – Antwort – Frage – Antwort – Untersuchung – Diagnose – Lösungsfindung – Happy End! Ähnlichkeiten mit einer bekannten Comedy-Reihe eines bekannten Radiosenders sind völlig beabsichtigt. Danke an dieser Stelle für die Inspiration!

Doc: So! Was homm'er donn?

Assistent: Es ist ein Kolibri!

Doc: Unn? Was hot er donn?

Frau: Er leidet unter völliger Teilnahmslosigkeit! Er schwirrt gar nicht mehr durch's Haus! Seit Tagen liegt er nur noch auf dem Rücken, lässt die Flügel hängen und ist zu nichts mehr zu bewegen! Er fühlt sich auch schon ganz unterkühlt an!

 

Doc: Donn gebb'n mol her, denn klääne bunte Schwirrflugathlet! Hopp, mach mo laut!

 

Es ertönt ein klägliches Fiepen von Seiten des Patienten.

 

Doc: Mach mo leis!

 

Ein noch kläglicheres Fiepen ist zu hören.

 

Assistent: Kolibris verfallen bei Kälte und/oder Unterversorgung mit Nahrung in eine Art Schockstarre, auch Torpor genannt. Stoffwechsel und Körpertemperatur werden auf ein Minimum reduziert, um so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen, und zwar so lange, bis Temperatur und Nahrungsangebot wieder seinen Bedürfnissen entsprechen!

 

Doc: Hawwe ses schunn emol mit Lewwerkneedel prowwiert?

 

Frau: Ja! Aber dann schaut er mich mit einem halbgeöffneten Auge nur geringschätzig an, als wolle er sagen: „Jetzt kumm mer bloß net mit sowas!“

 

Assistent: Vielleicht hat er gar keinen Hunger, vielleicht hat er einfach nur Durst!

 

Doc: Dorscht? Des prowwiere mer sofort aus! Guggen emol, wie er grad uff moin Schorle schielt! Unn wenn isch'n do hie heb, fallt er vor Gier jo schier noi! Unn jetzt hott er'n aach schunn fascht leerglschlorzt!

 

Der Patient trinkt unter lauten Schlürfgeräuschen die ganze Rieslingschorle vom Doc aus! (Also dess, was noch im Schobbeglas drin war)

 

Assistent: Da! Jetzt schwirrt er auch schon wieder ganz munter durch's Zimmer! Er ist völlig aufgeregt, es sieht fast so aus, als ob er etwas suchen würde!

 

Nervös flattert der Patient durch das ganze Behandlungszimmer, bis er findet, wonach er offensichtlich sucht.

 

Frau: Schau'n Sie mal! Er ist ja total versessen auf Ihre Tupfenkelch-Orchidee, die dort am Fenster steht!

 

Doc: Ajoh! Da guck! Moi schäänie Dubbeschobbeblumm, die iss awwer a härrlisch, gell?! Mit dänne Blüdekelsche, die aussiehn wie klääne Schorlegläselscher, gell, so bunt unn...

 

Assistent: Ich hab's! Das ist gar kein Kolibri, sondern ein Schorlibri! Um seinen hohen Energiebedarf zu decken, braucht er täglich eine Mindestmenge an Nektar, die etwa dem 200-fachen seines eigen Körpergewichtes entspricht! Den Nektrar holt er sich aus den Blütenkelchen einer ganz besonderen Orchidee, der Tupfenkelch-Orchidee...

 

Doc: Odder uff pälzisch „Dubbeschobbeblumm“...

 

Assistent: ...Bekommt er den nicht in ausreichender Menge, begnügt er sich gerne mit Riesling- oder Weißherbstschorle! Aber Aufgepasst! Ist der Nektrar im Kelch schon ein bisschen vergoren, kann es schon mal vorkommen, dass aus dem Schwirrflug ein Trudelflug wird!

 

Frau: Ach! Na klar! Oh, armer kleiner Schorlibri, ab sofort kümmere ich mich besser darum, daß du immer genug Nektar bekommst! Versprochen!

 

Doc: Ajoh, unn mir kümmere uns jetzt mol drum, daß mer net ach noch in so e Art Schockzustond verfalle, weil mer unner ännere finonzielle Unnerversorgung leide! Do iss die Reschnung! 

 

Die Kasse klingelt.

 

Doc: Brauchsch' e Quiddung?

(schreibe ihm, dann freut er sich!)

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